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11.07.2018

Kunststofftechniker schauen in den Tunnel

Kunststoffe spielen heutzutage im Tunnelbau eine bedeutende Rolle: Als Geomembrane sorgen sie zum einen dafür, dass kein Wasser in die Bausubstanz eindringt, zum anderen garantieren sie in Form von Drainage-Rohren eine effektive Druckentlastung.

Österreichweit gibt es mehr als 600 Tunnelröhrenkilometer (sowohl Eisenbahn- als auch Straßentunnel). Um diese Bauwerke gegen eindringendes Wasser zu schützen, werden sie meist mit Geomembranen abgedichtet. Damit es in der Folge nicht zu hohen Staudrücken, die auf das Bauwerk einwirken, kommt, werden Tunnel oft mit Drainage-Leitungen druckwasserentlastet gestaltet.

Bisher werden diese Drainage-Rohre meist aus konventionellen Kunststoffen wie Polyethylen, Polypropylen oder Polyvinylchlorid hergestellt. Aufgrund löslicher Stoffe im umliegenden Gestein oder auch Bauwerk, kann es im Laufe der Zeit zu Ablagerungen in den Drainage-Rohren kommen. Diese Versinterungen erfordern eine laufende Reinigung. 

Mitarbeiter des Projektteams an der Kunststofftechnik bei der Besichtigung eines Tunnels

Gemeinschaftlicher Besuch von ÖBB-MitarbeiterInnen und
wissenschaftlichen ProjektmitarbeiterInnen im Tunnel Sieberg (NÖ)

 

Im Projekt PolyDrain hat sich das Konsortium unter der Leitung des Departments Kunststofftechnik, Lehrstuhl für Werkstoffkunde und Prüfung der Kunststoffe und unter der Beteiligung der ÖBB Infrastruktur AG sowie ASFINAG, zum Ziel gesetzt, Kunststoffmaterialien zu entwickeln, dank derer es zu geringeren bis keinen Versinterungen in den Drainage-Rohren kommt. 

Das Projekt wird im Rahmen der Verkehrs- und Infrastrukturforschung 2016 (VIF2016) von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG gefördert.

 

Das Projektkonsortium: