Medizintechnik

​In der modernen, patientenorientierten Medizin spielen intelligente Produkte aus polymeren Materialien eine immer bedeutendere Rolle. Dabei treten neben der Anwendbarkeit im klinischen Einsatz auch die Individualisierung von Werkstoffen bzw. die Personalisierung der daraus gefertigten Produkte mehr und mehr in den Vordergrund der Forschung und Entwicklung.

Der Lehrstuhl für Kunststoffverarbeitung beschäftigt sich in diesem Feld mit der Entwicklung und Verarbeitung von polymeren Hochleistungsmaterialien für die medizinische Anwendung in konventionellen sowie additiven Verfahren sowie der Erstellung von medizinischen Modellen aus Kunststoff.

Projekte

CerAMfacturing - generative Fertigungsmethoden für personalisierte Medizinprodukte

CerAMfacturing

Ziel des von der Europäischen Union finanzierten Projekts „CerAMfacturing“ ist die Entwicklung von personalisierten medizinischen Produkten.

Traditionelle Fertigungsmethoden, wie zum Beispiel Spritzgießen, sind für die Fertigung von Einzelstücken wirtschaftlich nicht rentabel. Daher wurde der Einsatz der additiven Fertigung angedacht: Produkte, wie beispielsweise keramische Wärmeelemente für die Hals- und Schulterpartie, können damit ideal an den jeweiligen Träger angepasst werden. Für die Außenseite wird hierbei eine elektrisch isolierende Keramik verwendet und für den inneren Kern ein leitendes Metall.

CerAMfacturing wird im Rahmen des “Horizon 2020” Forschungs- und Innovations­programms der Europäischen Union gefördert.

Partner: Fraunhofer-Institut für keramische Technologien und Systeme, Admatec, Ceramicx Ireland Ltd, et al.

Homepage CerAMfacturing

 

 

iPrint - Biofunktionalisierte Kunststoffimplantate durch additive Fertigung

iPrint

Gedruckte Schädelimplantate aus Kunststoff, direkt im OP noch während der Operation hergestellt. Dieses Ziel verfolgt das FFG Bridge Projekt „iPrint“.

Patientenspezifische, kostengünstige Lösungen gewinnen immer mehr Bedeutung in der Medizintechnik. Additive Fertigungsverfahren („3D-Druck“) können durch ihre Flexibilität und materialeffiziente Arbeitsweise einen Beitrag leisten. iPrint wird dabei ein 3D-Drucksystem für den klinischen Bereich herstellen, das schnell (intraoperativ) und auf den Patienten hinsichtlich Material und Design zugeschnittene Implantate für den Schädelbereich herstellen kann, was schnellere Heilung, bessere ästhetische Resultate und weniger Schmerzen für Patienten und geringere Kosten für das Gesundheitssystem bedeutet.

Das Projekt besitzt eine starke interdisziplinäre Ausrichtung, der maschinenbauliche Aspekt wird von der Obdacher Firma  Hage Sondermaschinenbau betreut, die medizinische Seite durch die Meduni Graz und die werkstoffliche Seite durch das Department Kunststofftechnik. Mit diesem Projekt soll das Arbeitsgebiet „Additive Fertigungsverfahren in der Medizintechnik“ mit dem Fokus Materialentwicklung am Lehrstuhl für Kunststoffverarbeitung ausgebaut werden.